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IT-Sicherheit

PHP-Sicherheitslücke PHP2Shell: So prüfen Sie, ob Ihre Website betroffen ist

Am 20. Oktober 2026 wurden zwei kritische Sicherheitslücken in PHP bekannt, der Programmiersprache hinter WordPress, vielen Onlineshops und Kontaktformularen. Angreifer können damit ohne Anmeldung eigenen Code auf dem Webserver ausführen. Hier erfahren Sie, ob Ihre Website betroffen ist und was Sie jetzt tun sollten.

Von Michael Obert  |  Veröffentlicht am 21.10.2026  |  6 Min. Lesezeit

Die Antwort vorweg

PHP2Shell sind zwei kritische Lücken in PHP selbst (CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619, Bewertung 9,2 von 10). Sicher sind die am 21.10.2026 veröffentlichten Versionen PHP 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36 und 8.2.35 oder neuer. Betroffen ist jede Website, auf der eine ältere PHP-Version Anfragen verarbeitet, egal ob WordPress, Shop oder eigenes Formular. Ein Plugin-Update hilft nicht: Entscheidend ist die PHP-Version auf dem Server.

Was ist passiert?

Sicherheitsforscher haben zwei Fehler in PHP entdeckt, die laut Berichten seit sehr vielen Jahren im Code steckten. Über eine einzige präparierte Anfrage an die Website kann ein Angreifer eigenen Programmcode auf dem Server ausführen, noch bevor die eigentliche Website-Software überhaupt startet. Eine Anmeldung oder ein Klick des Betreibers ist nicht nötig.

Die Details wurden am 20. Oktober vor dem geplanten Termin öffentlich. Das PHP-Team hat die Korrekturen deshalb vorgezogen und am 21. Oktober veröffentlicht. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat eine Warnung herausgegeben und rät, die Updates unverzüglich einzuspielen.

Stand dieses Artikels: 21.10.2026. Wir aktualisieren ihn, sobald es Neuigkeiten gibt.

Diese PHP-Versionen sind sicher

PHP-ReiheSicher ab VersionHinweis
PHP 8.58.5.12aktuell unterstützt
PHP 8.48.4.27aktuell unterstützt
PHP 8.38.3.36aktuell unterstützt
PHP 8.28.2.35nur noch Sicherheitsupdates
PHP 8.1, 8.0, 7.4kein offizielles Updatenur Korrekturen zum Selbsteinbau, besser auf 8.3 oder neuer umsteigen
PHP 7.3 und älterkein Updatedringend umsteigen

Selbsttest in 3 Schritten

  1. PHP-Version herausfinden: Im Kundenbereich Ihres Hosters steht die eingestellte PHP-Version meist bei den Einstellungen des Webspace oder der Domain. Bei WordPress finden Sie sie unter Werkzeuge, Website-Zustand, Bericht, Bereich Server.
  2. Genaue Versionsnummer vergleichen: Wichtig ist die letzte Zahl. „PHP 8.4“ allein sagt nichts, sicher ist erst 8.4.27 oder höher. Viele Hoster zeigen nur „8.4“ an und spielen die Korrekturen selbst ein. Fragen Sie im Zweifel beim Hoster nach, ob die Updates vom 21.10.2026 installiert sind.
  3. Alte Reihe gewählt? Steht im Kundenbereich PHP 8.1, 8.0, 7.x oder älter, sollten Sie auf eine aktuelle Reihe umstellen. Vorher prüfen, ob Ihre Website damit läuft, siehe unseren Ratgeber PHP-Version prüfen und aktualisieren.
Wichtig

Eine phpinfo-Datei zum Nachsehen der Version nach dem Test sofort wieder löschen. Sie verrät Angreifern viele Details über Ihren Server.

Shared Hosting oder eigener Server?

Webhosting-Paket (z. B. bei STRATO, IONOS, all-inkl.): Der Hoster aktualisiert PHP selbst. Bei großen Hostern ist das für die unterstützten Reihen meist schnell erledigt. Ihre Aufgabe: prüfen, dass keine veraltete PHP-Reihe eingestellt ist, und im Zweifel nachfragen.

Eigener Server, VPS oder Root-Server: Hier sind Sie selbst zuständig. Paketquellen aktualisieren, PHP-Pakete einspielen und den Webserver beziehungsweise PHP-FPM neu starten. Nicht aktualisierbare Systeme sollten bis zum Update vom Netz.

Was ist mit WordPress, Shops und Plugins?

  • Die Lücke steckt in PHP, nicht in WordPress oder einem Plugin. Ein WordPress- oder Plugin-Update schließt sie nicht.
  • Sicherheits-Plugins innerhalb von WordPress greifen zu spät, weil der Angriff vor dem Start von WordPress passiert.
  • Trotzdem gilt: WordPress, Theme und Plugins aktuell halten, denn wer auf eine neue PHP-Reihe umstellt, braucht kompatible Plugins.

Nach dem Update: kurz nachsehen

Weil die Details schon vor dem Update bekannt waren, lohnt ein kurzer Blick, ob in den Tagen davor etwas verändert wurde:

  • Per FTP-Programm im Webspace nach „Zuletzt geändert“ sortieren: Gibt es PHP-Dateien vom 20. oder 21. Oktober, die Sie nicht kennen?
  • PHP-Dateien im Upload-Ordner (bei WordPress wp-content/uploads) gehören dort nicht hin.
  • Unbekannte Administratoren im CMS, neue Cronjobs beim Hoster oder Umleitungen auf fremde Seiten sind Warnsignale.

Finden Sie etwas Verdächtiges: nichts überstürzt löschen, erst eine Kopie sichern und Hilfe holen. Mehr im Ratgeber IT-Notfallplan bei Hackerangriff.

Zusammengefasst

Entscheidend ist eine aktuelle PHP-Version auf dem Server: 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36, 8.2.35 oder neuer. Bei Webhosting kümmert sich meist der Hoster darum, eine veraltete PHP-Reihe müssen Sie aber selbst umstellen. Wir prüfen Ihre Website, stellen die PHP-Version sicher um und testen danach, ob alles läuft, für Betriebe und Vereine in Bad Orb, im Main-Kinzig-Kreis und per Fernwartung bundesweit. Mehr unter IT-Sicherheit.

Michael Obert
Michael ObertGründer von Cybersolve, IT- und E-Commerce-Berater aus Bad Orb

Häufige Fragen zum Thema

Ist meine WordPress-Seite von PHP2Shell betroffen?

Betroffen ist sie, wenn auf dem Server eine PHP-Version vor 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36 oder 8.2.35 läuft. Das hängt nicht von WordPress ab, sondern von der PHP-Version beim Hoster. Ein WordPress- oder Plugin-Update allein schließt die Lücke nicht.

Muss ich bei STRATO oder IONOS selbst etwas tun?

Bei Webhosting-Paketen spielt der Hoster die Korrekturen für unterstützte PHP-Reihen ein. Sie sollten prüfen, dass im Kundenbereich keine veraltete PHP-Reihe wie 7.4 oder 8.1 eingestellt ist, und im Zweifel beim Hoster nachfragen.

Ist eine reine HTML-Website betroffen?

Seiten aus reinem HTML werden nicht von PHP verarbeitet. Sobald aber ein Kontaktformular, ein Besucherzähler oder ein anderes PHP-Skript auf demselben Webspace läuft, ist PHP im Spiel und die Version muss aktuell sein.

Was bedeuten CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619?

Das sind die offiziellen Kennungen der beiden Lücken. Beide sind mit 9,2 von 10 als kritisch bewertet und erlauben das Ausführen von Code auf dem Server ohne Anmeldung.

Hilft eine Firewall oder ein Sicherheits-Plugin?

Eine vorgeschaltete Web-Firewall kann bekannte Angriffsmuster vorübergehend abfangen, ersetzt aber das Update nicht. Sicherheits-Plugins in WordPress greifen zu spät, weil der Angriff vor dem Start von WordPress stattfindet.

PHP sicher aktualisieren lassen

Wir prüfen Ihre PHP-Version, testen die Website und stellen sicher um – bei STRATO, IONOS und anderen Hostern, vor Ort oder per Fernwartung.