Smartphone mit Paket-Benachrichtigung und Warnsymbol neben einem Paketkarton und einer Bankkarte
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Sicherheit

Fake-Paket-SMS und Fake-Shops: So erkennen Sie die Maschen vor Weihnachten

Rund um Black Friday am 27. November und das Weihnachtsgeschäft haben gefälschte Paket-Nachrichten und betrügerische Onlineshops Hochsaison. Hier steht, woran Sie die Maschen erkennen, was Sie sofort tun, wenn Sie geklickt oder bezahlt haben – und was Shop-Betreiber wissen sollten.

Von Michael Obert  |  Aktualisiert am 03.11.2026  |  7 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Echte Paketdienste verlangen per SMS oder WhatsApp keine Gebühren über einen Link. Klicken Sie nicht, sondern prüfen Sie die Sendung in der App oder auf der offiziellen Website des Paketdienstes. Bei unbekannten Shops: Impressum, Bewertungen außerhalb des Shops und Zahlungsarten prüfen – nur Vorkasse bei sehr günstigen Preisen ist ein deutliches Warnzeichen.

Die Paket-SMS: so sieht die Masche aus

„Ihr Paket konnte nicht zugestellt werden. Bitte bestätigen Sie Ihre Adresse“ oder „Zollgebühr offen: 1,99 €“ – dazu ein Link. Hinter dem Link wartet eine täuschend echte Seite, die Adresse, Kartendaten oder Online-Banking-Zugang abfragt. Ziel ist fast immer, an Zahlungsdaten zu kommen, manchmal auch, Schadsoftware auf das Handy zu laden.

Woran Sie die Fälschung erkennen

  • Der Link führt nicht auf die bekannte Adresse des Paketdienstes, sondern auf eine fremde oder sehr lange Domain.
  • Es wird eine kleine Gebühr verlangt, damit die Zustellung „freigegeben“ wird.
  • Die Nachricht kommt von einer unbekannten Handynummer, oft mit ausländischer Vorwahl.
  • Sie erwarten gar kein Paket – oder die Nachricht nennt keine Sendungsnummer.
  • Druck und Frist: „innerhalb von 24 Stunden, sonst Rücksendung“.

Fake-Shops: zu gut, um wahr zu sein

Fake-Shops sehen aus wie echte Onlineshops, liefern aber nie oder nur Fälschungen. Sie tauchen besonders vor Black Friday und Weihnachten auf, oft über Anzeigen in sozialen Netzwerken.

PrüfpunktWarnzeichenSo prüfen Sie
PreisMarkenware deutlich unter allen anderen AnbieternPreis bei zwei, drei bekannten Händlern vergleichen
ImpressumFehlt, nur Kontaktformular, Adresse im Ausland ohne FirmennameName, Anschrift und Handelsregister prüfen
ZahlungAm Ende nur Vorkasse oder Überweisung möglichLieber Kauf auf Rechnung oder Zahlarten mit Käuferschutz
BewertungenNur im Shop selbst, alle begeistertNach Shopname plus „Erfahrungen“ oder „Betrug“ suchen
AdresseSeltsame Domain, z. B. Markenname plus Zahlen oder ungewöhnliche EndungAdresse genau lesen

Die Verbraucherzentrale bietet mit dem Fakeshop-Finder einen kostenlosen Schnell-Check für unbekannte Shops an.

Geklickt oder bezahlt? Das ist jetzt zu tun

  1. Bank sofort anrufen, wenn Karten- oder Kontodaten eingegeben wurden – Karte sperren lassen (Sperr-Notruf 116 116) und Abbuchungen prüfen.
  2. Passwörter ändern, falls Sie Zugangsdaten eingegeben haben, und dort, wo dasselbe Passwort genutzt wird. Zwei-Faktor-Anmeldung einschalten.
  3. Nichts installieren – wurde nach dem Klick eine App oder Datei angeboten und installiert, das Handy vom Netz nehmen und prüfen lassen.
  4. Anzeige erstatten, in Hessen auch online über die Onlinewache der Polizei. Screenshots von Nachricht, Shop und Zahlung sichern.
  5. Spam-SMS melden: Die Bundesnetzagentur nimmt Hinweise auf Rufnummernmissbrauch entgegen.
Gut zu wissen

Wer nur auf den Link getippt, aber nichts eingegeben oder installiert hat, ist meist noch auf der sicheren Seite. Seite schließen, Nachricht löschen, Nummer blockieren.

Für Unternehmen: dieselbe Masche per E-Mail

Betriebe bekommen die gleichen Tricks als E-Mail: angebliche Paketdienste, offene Zollgebühren oder „neue Bankverbindung“ eines Lieferanten. Gerade im Weihnachtsgeschäft, wenn viele Sendungen unterwegs sind, fällt das weniger auf. Woran Sie solche Mails erkennen, steht in unserem Ratgeber Phishing-Mails erkennen.

Für Shop-Betreiber: Kunden schützen, Vertrauen zeigen

  • Vollständiges Impressum, erreichbarer Kundenservice und klare Versandinformationen – genau das, was Fake-Shops fehlt.
  • Versandbenachrichtigungen nur über Ihren bekannten Absender und mit Sendungsnummer, nie mit Zahlungsaufforderung per SMS.
  • Die eigene Domain gegen gefälschte Absender absichern (SPF, DKIM, DMARC) – kostenlos prüfen mit unserem E-Mail-Sicherheits-Check.
  • Den Shop aktuell halten: veraltete Software ist ein häufiges Einfallstor, siehe PHP-Version prüfen.

So helfen wir

Haben Sie auf einen Link getippt und sind unsicher, ob Ihr Handy oder Konto betroffen ist? Wir prüfen das – für Privatkunden über unsere Computerhilfe, für Betriebe im Rahmen der IT-Sicherheit. Für Shop-Betreiber bauen wir sichere Onlineshops mit eigener Verwaltung. Schreiben Sie uns einfach per WhatsApp – gern mit Screenshot.

Michael Obert
Michael ObertGründer von Cybersolve, IT- und E-Commerce-Berater aus Bad Orb

Häufige Fragen zum Thema

Verschicken Paketdienste wirklich keine SMS?

Doch, manche Paketdienste informieren per SMS über die Zustellung – aber ohne Zahlungsaufforderung über einen Link. Prüfen Sie Sendungen immer selbst in der App oder auf der offiziellen Website des Paketdienstes.

Ich habe 1,99 Euro bezahlt – ist das schlimm?

Der Betrag selbst ist nicht das Problem, sondern die Kartendaten, die Sie eingegeben haben. Rufen Sie Ihre Bank an, lassen Sie die Karte sperren und kontrollieren Sie die nächsten Abbuchungen.

Bekomme ich mein Geld von einem Fake-Shop zurück?

Bei Überweisung oder Vorkasse ist das schwierig; sofort die Bank kontaktieren, manchmal lässt sich eine Überweisung noch zurückholen. Bei Zahlarten mit Käuferschutz oder Kreditkarte stehen die Chancen besser.

Wie schütze ich ältere Angehörige?

Gemeinsam eine einfache Regel vereinbaren: Nie über Links in SMS bezahlen, im Zweifel anrufen. Wie Sie Geräte für Senioren sicher einrichten, steht im Ratgeber Computer für Senioren einrichten.

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